Die Unterschiede zwischen Coaching und Psychotherpapie

Coaching und Psychotherapie besetzen verschiedene Felder. Der wesentliche Unterschied liegt in Ausgangspunkt und Fokus.

Während psychotherapeutische Interventionen die Lebensbiografie und -situation der Gesamtperson zentrieren, kreist Einzel-Coaching um die "Berufsperson" und deren relevantes Umfeld.

Zudem setzen zwar beide an subjektiv empfundenem "Veränderungsdruck" an. Dieser ist allerdings unterschiedlich motiviert und nimmt ebenso unterschiedliche Dimensionen der Persönlichkeit ins Visier. Im Coaching stehen weniger die "Privatperson" samt ihrer Einflusssphäre im Brennpunkt, sondern derjenige Ausschnitt des persönlichen Seins, Wirkens und Handelns, der primär beruflich gefordert ist.


Coaching

Beim Coaching steht die berufliche Rolle bzw. damit zusammenhängende Anliegen (Schwerpunkte: Leistung und Führung) im Vordergrund. Die Zielgruppe sind i.d.R. Personen mit Management-Aufgaben.

Ein konkreter Bezug zur Unternehmensrealität ist vorhanden. Coach und Klient bestimmen zusammen Inhalt und Ablauf; der Klient behält die Verantwortung für sein Handeln. Es geht um die zielorientierte Bearbeitung von Anliegen, das Erreichen eines Soll-Zustandes mit meist geringer emotionaler Tiefe der thematisierten Probleme.

Coaching ist keine verdeckte Psychotherapie für Manager, auch wenn viele Methoden aus psychotherapeutischen Schulen eingesetzt werden (Gesprächsführung, kognitive Verfahren, Hypnose, Rollenspiele uvm.). Prinzipiell richtet sich Coaching an „gesunde“ Personen und widmet sich vorwiegend den Herausforderungen, die aus der Berufsrolle heraus entstehen. Dies kann natürlich mit privaten Anliegen und persönlichen Schwierigkeiten zusammenhängen, Ausgangspunkt sind aber hauptsächlich die mit der „Berufspersönlichkeit“ zusammenhängenden Anliegen.

Problemfelder

  • Selbstwertprobleme
  • Probleme am Arbeitsplatz (z.B. Mobbing)
  • Sinn- und Zielprobleme
  • Probleme in Beziehungen
  • Schwere Verluste und Lebensveränderungen
  • Ängste vor Tod, Unfällen, Verlusten und Leiden

Psychotherapie

Die Psychotherapie führt zu einer Veränderung der jetzigen Lebenssituation. Es geht um die Bearbeitung tiefgehender privater und persönlicher (psychischer) Schwierigkeiten unter Berücksichtigung der individuellen Lebensgeschichte.

Es können tiefgehende emotionale Probleme thematisiert werden. Der Prozess wird auf das innere Erleben fokussiert, die thematisierten Probleme können auch weiter zurückliegen. Oftmals wird die Verantwortung vom Therapeuten übernommen, welcher Inhalt und Ablauf bestimmt und als Ziel die Wiederherstellung der psychischen Gesundheit des Individuums auf ein funktional angemessenes bzw. mögliches Niveau hat.

 

Indikationen

Psychische Störungen

  • Angststörungen / Panikattacken
  • Zwangsstörungen
  • Depressive Störungen und Burn-Out
  • Stressbedingte Störungen
  • Schlaf-Störungen
  • Psychosomatische Störungen / somatoforme Störungen aller Art: der Arzt findet keine rein organische Ursache für körperliche Beschwerden. Beispiele: Tinnitus, Reizdarm-Syndrom (Blähungen, Durchfall, Übelkeit), Reizblase, Herz-Beschwerden (Herzklopfen, Herzrasen, Angst vor Herzinfarkt), Chronische Schmerzen (oft länger als 6 Monate; besonders häufig Kopf-, Rücken-, Gelenkschmerzen), Essstörungen, Atembeschwerden, Psychogener Juckreiz, Zittern, Schwitzen, … um nur einige Krankheitszeichen aus der Fülle individuell völlig verschiedener Leiden zu nennen.)
  • Posttraumatische und andere Belastungen


Kontra-Indikationen

Psychotherapie kann NICHT helfen bei

  • akuten Psychosen
  • Suchtstörungen, in der Phase, in denen der Suchtstoff regelmäßig konsumiert wird
  • psychische Störungen als Folge von Erkrankungen und Funktionsstörungen des Gehirns, z.B. bei Demenz oder bei Gehirnverletzungen
  • Deutlich eingeschränkter Intelligenz und geistiger Behinderung